Dienstag, 12. November 2013

10 fragen (ein blogstöckchen)

ben hat mir gerade ein stöckchen zugeworfen und möchte meine antwort auf 10 fragen.

Welcher Deiner Blogbeiträge hat Dir etwas Mut abverlangt, ihn zu veröffentlichen?

oh, interessante frage und einfach zu beantworten, nachdem ich erzählt habe, welche es nicht war: definitiv nicht die, in der ich von meinem schlaganfall und dem, was danach passiert ist, erzählt habe. das fiel mir eher leicht. war ja nicht sooo schlimm ;-)

womit ich zu kämpfen hatte und was mir "mut abverlangt" hat, war vielmehr diese hier: fandom - Rock & Folk und daß die so wurde, wie sie wurde, ist dem musikpartisanen und dessen "fickt euch ihr verdammten ficker!" zu verdanken. die hatte so was "befreiendes".


bis dahin war ich trotz allem ungehemmten "irresein" doch irgendwo bemüht, etwas "geistig nahrhaftes" zu erzählen, seitdem bin ich ungeniert. auf meinem eigentlichen blog, dem radioblog bei tv3 hatte ich in der zeit, in der ich noch texte zu der playlist verfasste, nichts mehr gescheut als das wort "ich". es ging ja nicht um "mich". 

das hier war schon eher "ich"-getrieben, aber immer mit der vorsicht, nicht allzusehr "auszuflippen". darüber, daß ich in meiner jugend mich mit gleichaltrigen jungs in die büsche zum gemeinsamen onanieren zu schlagen, hätte ich vorher auch wohl nicht geredet ;-)

das hat sich mit fandom - rock & folk komplett verändert. in etwa die zeit fiel auch die entdeckung von ben's blog "anmut & demut", die mich auch beeinflusst hat, die dinge herauszuhängen, die ich sonst eher als privatsache "zurückgestellt" hätte, also meinen musikgeschmack zb. er hat mir vorgemacht, daß man das mit stil tun kann.

Alles in allem: Was hälst Du von der Einrichtung der Welt, des Universums als Ganzem und der Menschheit und ihrer gesamten Geschichte darinnen?

wow, was für ne frage. als antwort kann ich nur ein größeres zitat aus jane roberts, gespräche mit seth, liefern
In Wirklichkeit habt ihr von eurer größeren, umfassenderen Umwelt nur wenig Ahnung. Stellt euch euer gegenwärtiges Selbst als einen Schauspieler in einem Theaterstück vor; diese Analogie ist zwar nicht neu, aber treffend. Das Stück spielt im zwanzigsten Jahrhundert. Kulissen, Szenerie und Thema entwerft ihr selber; ja, ihr seid für dieses Stück Autor, Regisseur und Schauspieler in einer Person - ihr und jedes andere Individuum, das mitspielt.
Ihr seid jedoch dermaßen auf eure Rollen fixiert, derart gefesselt von eurer selbstgeschaffenen Realität, so absorbiert von den Problemen, Prüfungen, Hoffnungen und Sorgen eurer jeweiligen Rollen, daß ihr sie nicht mehr als eure eigene Schöpfung erkennt. Mit solch einem tiefbewegenden Drama samt seinen Freuden und Tragödien läßt sich euer gegenwärtiges Leben, eure gegenwärtige Umwelt vergleichen, und zwar individuell wie auch en masse.
Aber gleichzeitig gehen noch andere Stücke über die Bühne, in denen ihr ebenfalls eine Rolle zu spielen habt. Auch diese haben ihre eigenen Kulissen, ihre eigene Szenerie. Sie spielen in anderen Zeitaltern. Eins könnte »Leben im zwölften Jahrhundert«, ein anderes »Leben im achtzehnten Jahrhundert« oder »im Jahre 500 v. Chr.« oder »im Jahre 3000 n. Chr.« heißen. Auch diese Stücke schreibt ihr und spielt eure Rolle darin. Diese Szenerien stellen ebenso eure Umwelt dar, die Umwelt, die eure Gesamtpersönlichkeit umgibt.
Ich spreche jedoch von dem Teil von euch, der an diesem spezifischen Zeitstück teilnimmt, und dieser spezifische Teil eurer Gesamtpersön lichkeit ist derart in dieses Drama verstrickt, daß er die anderen Dramen vergißt, in denen er ebenfalls auftritt. Ihr versteht nichts von eurer eigenen multidimensionalen Realität; darum erscheint es euch sonderbar und unglaubwürdig, wenn ich euch sage, daß ihr viele Leben gleichzeitig lebt. Es fällt euch schon schwer, euch vorzustellen, daß ihr an zwei Stellen zur gleichen Zeit sein könntet, geschweige denn, daß ihr in zwei oder mehr Zeiten oder Zeitaltern lebt.
wem das zu irre ist: okay, die antwort ist latürnich 42 ;-)

Was ist Dein Lieblingstier, und warum?

ganz einfache unkomplizierte antwort: miiich


vor dieser kleinen königin ist keine tür sicher, sie hat raus, wie sie im sprung den türgriff nach unten drücken kann, und sie ist einfach die schönste und klügste katze, mit der ich es je zu tun hatte - auch wenn mich der verlust der keinen "mimi", die eines tages das haus verließ und nie wiederkam (gefressen von irgendwas wildem da draussen?) schwer mitgenommen hat und ich ihr immer noch nachtrauere: miiich ist die königin der herzen, keine frage

Was ist das Beste, was Blogs sein können?

orte, an denen wir vom anderen lernen, wie er/sie ist, weil er/sie von sich erzählt. das schlechteste, was blogs sein können, sind "parolenverstärker". noam chomsky sagt über den aktuellen zustand des internets 
“adolescents who think they have 500 friends, because they have 500 friends on Facebook, but these are the kinds of friends who, if you say, ‘I had a sandwich,’ they ask ‘Did it taste good?’”
ich lese gerne die, die die sandwichs zubereiten ;-)

Was würde Bloggen für Dich viel einfacher machen?

hihi, das gefühl, daß mich keiner liest ;-)

ich denke, das problematischste beim bloggen ist ja, daß man sich - wenn man nicht gerade zu frischfleischbörsen wie "fuckbook" neigt und allen erzählen will, welches auto man fährt, wie groß das haus und der swimmingpool ist und wie man frauen rumkriegt, - kompliziert, weil man etwas von sich preisgibt. 

ich muss mich dazu, so wenig man das vielleicht merkt, immer "duchringen" - weil ich mir selbst nie zu 100% traue und weiss, daß man das, was ich sage, mißverstehen kann, weil man die person dahinter nicht kennt und das gute quäntchen selbstironie nicht bemerkt. früher habe ich nach wüsten posts immer schlecht geschlafen, weil ich die morgentliche reaktion "fürchtete". oh, da habe ich schon wieder mit dem oder der geschimpft. das gibt haue. heute ist mir das schnurps ... viel einfacher kann es nicht werden

doch: ich hätte das gerne so wie bei tumblr, wo ich einfach auch musik posten kann. das geniesse ich gerade bei den hinterweltarchiven im exzess

Welchen Schriftsteller oder welche Schriftstellerin verehrst Du für seine/ihre Sprache?

oh, das ist megaeinfach: umberto eco. 

ansonsten halt die, die ich für sie "bloggerväter" halte: harry graf kessler, restif de la bretonne, samuel pepys.

Wenn Du eine Roman- oder Film-Figur seien müsstest, welche wärst Du gerne?

eigentlich jede figur von orson scott card wie ender oder ansset ("meistersänger"), weil sie etwas besitzen, was anderen fehlt: empathie. und nicht etwa, weil gerade "ender's game" ins kino kommt, "ansset" war schon immer mein "held".

Was nervt Dich am meisten an Deiner Blogsoftware?

wie oben gesagt: ich würde gerne bei blogger auch unkompliziert musik oder podcasts posten können. das zweitschlimmste: manchmal ist ein text sehr lang und komplex (wie bei den tv3archiven) und wenn ich ihn sichere, kommen zehnmal fehlermeldungen, daß was schiefgegangen ist. die post wurde aber gesichert und veröffentlicht ... das nervt.

Magst Du von von einem romantischen, idealistischen, ergreifenden oder einfach nur besonders schönen Moment berichten, den Du im Netz erlebt hast?

oh. also ich hatte viele in den letzten 20 jahren ;-)

ich freue mich, wenn klaus zb.spontan ins musikalische abdriftet, wenn er vorher über etwas ärgerliches oder seriöses berichtet hat oder wenn das in den kommentaren zu einer post passiert. ergreifend war auch die wunderbare diskussion bei ben zum post "ich war schon immer besetzt", die sich anfühlte wie eines der gespräche auf der couch in einem ganz frühen compuserve-spiegel-forum. und natürlich mag ich die diskussion, die gerade bei claudia stattgefunden hat, auch wenn man manchmal aneinander vorbeiredet, weil man sich nicht lange genug kennt.

die romantischen momente sind eher teil von emails. wenn man sich über seinen gesprächspartner so ärgert, daß man fluchend in die küche geht ... um dort zu erkennen, daß man sich gerade verliebt hat ;-)

Was ist – Deiner bescheidenen Meinung nach – der größte Fortschritt, die größte Verbesserung innerhalb der Menschheitsgeschichte?

die erkenntnis, daß man fleisch auf dem feuer braten und sich so einen zweiten (externen) magen zulegen kann, was dann wiederum zu einer rasanten entwicklung unseres gehirns führte. (die reihe "geschichte der menschheit" läuft immer noch in regelmäßigen abständen auf zdfInfo!). 

wahrscheinlich auch der moment, in dem der erste schamane einen pilz verspeiste, der dieses gehirn dazu befähigte, zu erkennen, daß das bewußtsein wie ein radio funktioniert und man "den sender frei wählen" kann ;-)

natürlich auch der moment, in dem jemand in einer höhle ein bild von einem tier an die decke malte und,  klar, die schrift und der buchdruck. 

ja, natürlich, auch das internet. die zukunft ist längst da, sie ist bloß ungleich verteilt ;-)

[ps] ich gebe das stöckchen an die wenigen blogger, mit denen ich in kontakt stehe, weiter. 

sorry, ich komme nicht auf zehn, es müssen also drei reichen: claudia, klaus und der erblogger

ich bin halt sehr wählerisch, wem ich meine zeit "opfere" ;-)

und, sorry, ich möchte keine 10 neuen fragen erfinden, da jetzt was wirklich sinnvolles zu machen, kollidiert mit all den anderen projekten, in die ich gerade verstrickt bin (meine eigentliche arbeit, snoidstudios, hinterwaldarchive, tv3archive) es bleibt im moment nur wenig zeit, meine täglichen blogbesuche zu absolvieren.

Kommentare:

  1. Ist mein Kommentar angekommen?

    Achso und: Falls Du hier mal wegwillst, ein eignes Blog mit eigenem Webspace und so … ich hab da ein Palasthotel.

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  2. [..] kommentar

    ih habe ihn noch nicht entdeckt ...

    [..] umzug

    ich denke mal darüber nach. wobei ich im moment ziemlich "überfordert" bin und auf zu vielen hochzeiten gleichzeitig tanze. wobei das zwischenmenschliche feedback gerade am wochenende mich noch mehr anspornt, die sache (hinterwald stoff) endlich durchzuziehen.

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  3. Oh. Das hatte ich befürchtet. Dann ist der wohl im Nirvana verschwunden. Mist. Dann fasse ich nochmal kurz zusammen: Danke! Und: "das das Bewußtsein wie ein Radio ist, bei dem man den Sender frei einstellen kann" … ist ein großartige Metapher! Danke!

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  4. Oh Mist, das hatte ich befürchtet, dass der Kommentar untergegangen ist. Goolge scheint Blogspot nicht mehr so ganz lieb zu haben, wie ehedem. Ich konnte gestern nur nicht sagen, ob mein Kommentar im technischen Nirvana oder in einer Warteschleife gelandet ist, deswegen die Nachfrage. Mist.

    Daher nochmal in kurz: Danke! Ich hab mich sehr über die Antworten gefreut. Danke! Besonders für den Satz, dass das Bewußtsein wie ein Radio ist, bei dem man den Sender frei einstellen kann. Da werde ich die Tage mal was draus machen.

    Wegen Umzug: Ich wollte auch nicht drängeln … wie gesagt … nur für den Fall, dass, dann weißte, wer Dir das latürnich gerne macht! :)

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  5. Die Vollzugsmeldung für das Blockstöckchen (schöne Fragen übrigens, ben_!) muss ich hier wohl manuell überbringen: http://www.kneipenlog.de/blogstockchen-erbloggtes/

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