Samstag, 8. November 2014

wer hat an der uhr gedreht?

ich könnte es mir jetzt leicht machen und sagen "putin, wer sonst?", weil er die uhr offensichtlich nach vorne gedreht hat und die uhren des westens jetzt ein wenig "nachgehen":
"Putin weiß, dass der Westen nicht bereit ist, die rote Linie, die er schon längst hinter sich gezogen hat, zu überschreiten. Diese Linie bezeichnet die Bereitschaft, Krieg zu führen. Für die menschliche Psyche ist es schwierig, von der Nachkriegszeit in die Vorkriegszeit überzugehen. Die Mittel des informativen Massenterrors in Russland halfen den Russen, diesen Schritt zu vollziehen. Russland befindet sich bereits im Kriegszustand. In einem unerklärten Krieg gegen den Westen. Särge mit gefallenen russischen Soldaten sind aus der Ukraine in die russischen Städte gebracht worden. Psychologisch hinkt Europa hinterher, es kuschelt noch in der entspannten Vorkriegswelt. Man will weiter seinen Spaß haben. Aber jetzt ist Schluss mit der Spaßgesellschaft." (michail schischkin im tagesspiegel)
aber wie das so ist mit schuldzuweisungen: bullshit ... die letzte woche ist doch nicht so schnell vorübergeflogen, weil der "werwolf" in moskau immer noch seine elenden spielchen spielt oder gar hierzulande plötzlich die lust an der selbstzerfleischung in der hitparade der idiotischsten diskussionen, die man angesichts dessen, was michail schischkin uns da oben so unverblümt ins stammbuch schreibt, nur führen kann, auf platz eins geschossen ist: "sind wir nicht irgendwie dann doch von unserer journaille manipuliert? machen die ihren job richtig?"

ja, genau: niggemeier ...

du weisst ja, ich habe ein seltsames verhältnis zu niggemeier.

ich bin ihm unendlich dankbar für den bildblog, damit hat er sich für mich einen ewigen platz in meiner hitparade derer, die wirklich etwas für diese elende republik getan haben, erobert. nu ja, da ich selbst weder ewig noch "wichtig" bin, ist so ein satz eine relative sache. who cares? ihn sicher nicht ;-)

stefan hat einen artikel bei der FAZ und eine post auf seinem blog geschrieben, in der er sich mit "den" journalisten beschäftigt und "unserer" rezeption dieses berufes, der schon seit jahren in der top ten der unbeliebtesten berufe zuhause ist.

nichts neues unter der sonne, könnte man meinen, aber es scheint ja gerade eine aufgeregtheit zu geben, was "unser" verhältnis zu "den" journalisten zu geben, die solche artikel in reihe provoziert oder "gestandene" journalisten dazu veranlasst, sich in öffentlicher selbstkritik zu üben.

einen wirklich schönen artikel (die meisten seiner postings sind schön, deshalb habe ich ihn ja auch in meine blogroll übernommen) mit dem titel "Haben wir eine 'Systempresse'? Was ist das überhaupt? Kann man denn noch guten Gewissens Zeitung lesen?" hat misha anouk beigesteuert, den ich natürlich stante pede in meiner wohl leicht erdrückenden art mit zwei kommentaren "bereicherte", die er aber leider nicht veröffentlicht hat.

nicht aus verletzter eitelkeit ("was, der 'zensiert' mich?", ich schreie ja immer gerne auf, wenn ich zähähähänsiert werde) sondern, weil ich - selbstverliebt in die einfache klarheit meiner gedanken, wie ich nun mal bin - denke, daß ich da etwas sage, was nicht im spamordner eines von mir geschätzten autors versickern sollte, hier der mir noch zugängliche zweite kommentar
lieber sdfgsdghsdf
[..] Journalisten haben sich über Jahrzehnte eine “Filter Bubble” aufgebaut, in der Werte wie “Objektivität”, Unbestechlichkeit, Sorgfalt gepflegt wurden
naja, eigentlich stellt sich hier doch eher die frage nach dem huhn und dem ei: waren es zuerst die journalisten,  die diesen anspruch für sich erhoben, oder war es der kunde, der leser, der dem produkt, das  er kauft, diesen erst unterstellt, damit er nicht das gefühl bekommt, sein geld verjuxt zu haben.
zeitungen bedienen doch einen "markt" von meinungen - das war "früher" in den "gaz" (guten alten zeiten) vielleicht noch besser auszumachen als heute, da hatte man dieses drecksblatt, von dem man wusste "ist ein drecksblatt", die haus und hofpostillen der reaktionär- bis konservativen, das fachblatt für die studierte itelligenzia, die spritzpistole für die "wohlmeinenden" (böse anspielung, ich weiss) linksliberalen und was so das herz an reaktionär gestimmten wirtschaftsnachrichten begehrte. alle mit so etwas wie einer zementierten, klar erkennbaren, zum "better decide which side you're on" (im tom robinson sound, please) einladenden "wir sind wir und die anderen sind die anderen" sound. 
heute hat man ja nur doch dieses drecksblatt, von dem alle wissen sollten, daß es ein drecksblatt ist aber trotzdem alle als vorlage für eigene "erkenntnisse" nutzen, um sich dem im publikum "gedachten" mainstream anzubiedern. überall die selbe sauce, keine ahnung, auf welcher seite man gerade steht. das reaktionäre blatt für handel und stillstand hat heute einen vom spiegel zum chef und der einen von springer. nur das drecksblatt ist noch fest in händen von .... 
where have all the good times gone? die in wirklichkeit nicht wirklich "good" waren. aber "man" ahnte noch, wo man stand.
ich weiss nicht, ob ich über diesen jämmerlichen anspruch eines verblödeten lesers, der allen ernstes und im brustton des hehren zorns nach der einen wahrheit heult und jammert, nun weinen oder in brüllendes gelächter ausbrechen soll. sollen die mimimis doch heulen, wenn sie ihre wahrheit erst kauen müssen, statt sie einfach in den schlund stecken zu können - und nun glauben, an ihr zu verschlucken und zwanghaft öffentlich bäuerchen machen müssen. 
nichts da - eigentlich ersticken sie an ihrer gier und ihrer unfähigkeit, die simpelsten geschichten zu verstehen. "das - kreiiisch - hat man mir immer VERSCHWIEGEN!" ... nope, die haben bloß nicht in der schule aufgepasst und nun blasen sie jede neue "erkenntnis" (= endlich mit standardwissen gefüllte wissenslücke) zu einer monumentalen WELTANSCHAUUNG auf.
ach ja: es gab immer und gibt auch immer noch journalisten, die ihr handwerk verstehen und einen guten job machen. meistens in den radioprogrammen er ÖR sender (marc thörner, gabi weber ... wieviele namen soll ich dir nennen?) und eben jene gekauften maulhuren, die für blätter arbeiten, in denen dann schon mal statt einer fundierten arbeit über alternative energieen ein hingekritzeltes machwerk und vor allem mehrseitige anzeigen des RWE erscheinen. sturmgeschütz, ick hör die windräder, wie sie greifvögel zerhäckseln und die pferde des chefredakteurs in helle aufregung versetzen. 
das deutsche publikum kriegt, was es verdient: das jämmerlichste privatfernsehen der westlichen hemisphäre, eine im notbetrieb aber auf angst&panik-modus geschaltete presse, die nur verdient, wenn es das publikum in shock & awe immer kurz vor dem nächsten krieg oder krise ... und eine farb & hirnlose sekretärin als verwaltungschefin, die immer erst drei tage zu spät macht, wozu sie eigentlich an tag 0 verpflichtet wäre.
naja, wenigstens das kreischende publikum da draussen hat noch einen leicht bizarren unterhaltungswert. 
so viele idioten habe ich jedenfalls seit ich denken kann, noch nie so viel unterirdischen müll verbreiten sehen wie dieser tage.
wird noch schlimmer. g*ttseidank bin ich alt ;-)
ja, lieber misha, ich verstehe, daß dir das zu monumental ist, dafür habe ich ja eigentlich meinen eigenen blog, aber ... naja, ich fänd's lieb, wenn du mir ... vielleicht als kommentar zu dieser post ... den ersten kommentar noch mal zugänglich machen würdest ... ich fand ihn nicht ungelungen, eitel wie ich bin.

bis dahin muss ich "rekonstruieren", was mir aber sicher nicht in gänze und (naja, von mir so gedachtem "wortwitz") gelingen wird, was ich im kern misha mitzuteilen hatte:

ich habe ihn gefragt, warum er nicht eins, zwei schritte weitergeht.

schritt eins: [mit dessen rekonstruktion tue ich mir schwer, misha, deshalb würde ich mich freuen, wenn du mir ein wenig die arbeit abnehmen könntest und den verlorenen kommentar hier hinterlegen könntest, danke!] ich denke, es war der hinweis darauf, daß alleine die idee, es gäbe einen irgendwo vereinbarten anspruch darauf, daß wirklich zeitungen "die wahrheit" veröffentlichen müssten. aber, wie gesagt, das ist nur eine vage erinnerung an einen ausufernden kommentar, deshalb gleich zu

schritt zwei: was zum teufel ist denn eigentlich "diese eine wahrheit", deren veröffentlichung  "da draussen" so hysterisch eingefordert wird. gibt es sie denn überhaupt und - wenn ja - was bedeutet es, wenn es sie denn gäbe?

was wird dann mit denen, die diese eine wahrheit nicht teilen?

ist es nicht so, daß die, die diese eine reine wahrheit gerne verkündet sähen, im grunde nicht sagen "wir haben recht und ihr müsst weg?"

ach ja, wer hat an der uhr gedreht ... jetzt habe ich schon so viel zeit in diese post gesteckt, die ich eigentlich gar nicht habe oder gar investieren wollte. wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich dir lieber eigentlich nur dieses wunderbare feature aus BR wissen ans herz gelegt

Philosophie der Lebenskunst - Für eine nachdenkliche Moderne

"Mit Lebenskunst ist nicht ein müßiges Leben, sondern eine Haltung gemeint, die neben dem individuellen Sorgen um ein gut geführtes Leben auch die Sorge für eine gemeinsame Welt enthält. Autorin: Renate Börger"

das klingt von der beschreibung her trockener und unspannender als es ist - das feature spannt den weiten bogen von den stoikern über meinen vielgeliebten michel de montaigne hin zu einem immer noch sehr aktuellen skeptizismus und einer großen gelassenheit den dingen und zeitläuften gegenüber, den ich nicht zuletzt deshalb zu schätzen weiss, weil es just diese dinge sind, die in der garage (IRL) gerade in ganz langen nächten besprochen werden, die meistens mit einem "ich habe da noch einen gedanken" beginnen und dann mit einem verstörten blick auf die uhr ("was, es ist schon ...????") beendet werden, nur um an einem der folgenden tage in die nächste runde gehen.

es gibt da sanfte unterschiede: "du musst dem fluss seinen weg gehen lassen" oder "ab und an ist es ganz nützlich, einen klitzekleinen staudamm zu errichten, um ihn in die 'richtige' richtung fliessen zu lassen", was als daoistischer standpunkt vielleicht im ersten moment ein wenig arg die idee des nicht-einwirkens zu konterkarieren scheint, sich aber in der praxis, den ergebnissen dieses sanften einwirkens, als durchaus erfolgreich beweist.

man kann die felder nicht verdorren lassen, nur weil man nicht auf sie einwirken möchte, jäten, säen und bewässern sind schon ganz okay, wenn man eine ernte einfahren und den hungernden nahrung geben möchte ;-)

ah, wer hat an der uhr gedreht?

jetzt habe ich doch glatt den stefan aus dem auge verloren, bei dem ich nur kurz und ohne reaktion bemerkte, es sei "ein elefant im raum" , aber ich weiss ja, daß es "wichtigere themen" gibt und die frage, ob wir von der journaille "belogen" ist natürlich so schön, weil man sich nicht fragen muss, ob es nicht vielleicht so ist, daß "wir" gerne belogen werden und unsere naivität an eine schon jetzt perfekte welt, die uns einen anspruch auf die eine qua verfassung garantierte "wahrheit" garantiert, nicht ein bißchen zu kindisch ist.

vor allem aber hält sie uns im kern davon ab, über das endlich ernsthaft nachzudenken, was das anfangszitat von michail schischkin uns in aller schärfe hoffentlich klarmacht: ja, wir befinden uns längst in einer vorkriegsphase und die uhr tickt. wir scheinen allerdings wichtigere themen zu besprechen zu haben, wie der, warum diese verdammte nicht welt so perfekt ist, wie wir sie uns wünschen (und "die anderen" endlich weg ...)

aber okay, ich habe niggemeiers beiträge mit interesse gelesen, bedenke sie, finde aber ... summe summarum ... wir sind immer noch auf dem narrenschiff und denke, ich weiss, wer damit "angefangen hat", das boot in's schaukeln zu bringen ...

nicht unsere journaille. wer von der etwas erwartet, dem ist eh schon lange nicht mehr zu helfen. so viel aus der abteilung "habe ich es nicht schon immer gesagt?" darf an dieser stelle schon sein: ich gebe schon lange nichts mehr auf den sog. qualitätsjournalismus und bedauere jeden, der jetzt gerade erst "erkannt" hat, daß da etwas im argen ist: das ist es schon seit 2 jahrzehnten, ich würde sagen, seit das pack von bonn nach berlin umgezogen ist ...

in diesem sinne: es gibt keine wahrheiten, es gibt nur meinungen und jede hat ihr recht, geäußert zu werden. wer dann was ernst nimmt, es in den fokus seiner interessen stellt und damit seine zeit statt mit dem denken über das "rechte leben" (oder sterben) zu verbringen, dem ist eh nicht zu helfen ;-)

[bonus-track]

mir jedenfalls gefällt eine geschichte, die hier in einer dieser nächte erzählt wurde, und ich halte sie für äußerst bedenkenswert. wobei ich erwähne, daß die quelle dieser geschichte es zunächst nicht verstand, warum ich plötzlich so aufgeregt und begeistert war, weil, nun ja, für sie war es selbstverständlich und "nicht der rede wert". die kulturelle differenz: für mich war sie die tür zu einem besseren verständnis , was in unserer so dramatisch schiefgeht, daß sie uns schon wieder vor die tür eines bewaffneten konflikts führt.

in dieser geschichte geht es um einen kleinen chinesischen straßenhändler, der von beamten der ordnungsbehörde schikaniert wird (wahrscheinlich wollen sie bloß ihren teil von dem ab, was der kleine mann da so verdient). die geschichte entwickelt sich so, daß der mann im gefängnis landet .. darüber, daß er eine familie hat, die er mit seiner arbeit ernährt und diese nun für ein paar tage hungert, denken wir an dieser stelle nur kurz nach, damit der fluss seinen weg finden kann ...

ein gericht setzt den mann aber nach ein paar tagen wieder auf "freien fuss", aber da sind immer noch die ordnungsbeamten, die ihn weiter bedrängen ... und es kommt, wie es kommen muss, der mann zückt ein messer und ersticht einen der beamten.

wir "langnasen" (so jedenfalls nenne ich "uns" gerade gerne), wir tendieren an dieser stelle zu einem urteil. es drängt uns, uns zu "positionieren", wir wollen etwas über uns und wie wir die dinge bewerten sagen. um eindruck zu schinden, um einmal "recht zu haben", um als "klug" da zu stehen und schon genau zu wissen, wie der hase so läuft. fahr'n fahr'n fahr'n auf der gedankenautobahn, die vom alten adolf immer unter uns, immer im getümmel und doch im stau ...

denn eigentlich sind da gerade zwei familien um ihren ernährer gebracht worden.

warum also sollte ich das, was journalisten so an fastfood-futter für die anderen raser produzieren, ernster nehmen, als es ist? in meiner "perfekten" welt hätten sie diese geschichte über diesen kleinen mann, den kein gesetz beschützt, mit der muttermilch aufgesogen und würden nun an einer welt arbeiten, in der es gerecht zugeht und niemand mehr um irgendetwas oder jemanden gebracht wird.

und, daß es eben nicht um die großen gaukler oder werwölfe geht sondern um diesen kleinen mann, der zu leben versucht ...

ja, ja, ich weiss, ich weiss ...

ich sag also mal tschüss mit meiner nationalhymne


wenn wir mal so weit sind, lieber stefan, dann können wir anfangen, uns zu beschweren. bis dahin sind wir alle nur wichtigtuer mit einer meinung ...

[ps] hätt' ich nicht gedacht, daß ich noch mal auf den spiegel verlinken würde, aber schöner als ich das je sagen könnte, was zu sagen ist, hat das gerade die (seit "nie mehr lieben!") hochverehrte sibylle berg gerade dort getan: laßt euch doch mal drücken, ihr armen verlierer, wir leiden ja mit euch. danke, sibylle, you made my day!

[pps] unterdessen musste ich (zwanghaft wie ich nun mal bin) auch kurz bei carta.info meinen senf auf das würstchen geben. im grunde läßt sich, wie mir mittlerweile aufgefallen ist, meine position ganz kurz zusammenfassen:

ich verstehe einfach nicht, warum die leute sich beschweren, daß es "kein richtiges essen" mehr gibt ... nur weil sie ständig bei mcDoof abhängen.

doch richtiges essen gibt es auch weiterhin, es schluckt sich halt nur nicht so einfach und ist mit kauen, sprich dem zulassen verschiedener meinungen und dem nachdenken über duese unterschiede verbunden ...

Kommentare:

  1. http://www.youtube.com/watch?v=tokF2iXdanU&list=RDuddyvXiXjTk&index=4

    hallo grosser:)
    ich weiss ja nicht wer wen bezahlt und wer waum mit wem im kindergarten um den nächsten nuckel fightet; nein weiss ich alles wirklich nicht.

    was ich meine zu wissen ist:
    mein weltbild hat derartige Risse, Schrunden und krumme stellen,
    dass ich ihm überhaupt nicht mehr über den Weg traue.
    peter scholl latour hat mit 11 den ganzen karl may gelesen
    0(ich auch). dann hat ihm wohl sein Vater was richtiges zu lesen gegeben
    ein glücksfall der Geschichte, der mir (leider) verwehrt blieb.
    ich könnte da noch den gilgamesch odern paar so alte ami sachen wie den Schlachthof
    (upton sinclair) anführen, aber im groben und ganzen bin ich im trivialen steckengeblieben.
    (zwar mit leidenschaft und lust zum ganzen/bücher müssen als filme durch den kopf gehen, sonst taugen sie nix;- aber leider : trivial.)

    heute, so ca 45 Jahre später steh ich hier und denke
    darüber nach wie sehr eine ganze generation einfach so
    nach strich und Faden verarscht wurde und wird
    und weiss nicht mal ob ich das wirklich bedauerlich
    finde oder ob das ganze nicht doch von langer hand geplante Absicht von
    IHNEN ist, aus scheisse gold zu machen.

    egal, keep truckin'
    /nur falls der andere sich hier nicht blicken lässt:)
    gruss aus sz
    ingo

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  2. ingo,

    [..] dass ich ihm überhaupt nicht mehr über den Weg traue

    es gibt halt sachen, die ich nicht verstehe und über die ich nachdenke. und es gibt sachen, über die ich nicht nachdenke, weil ich irgendwie ahne, daß ich sie nie verstehe, weil ich die leute nicht verstehe, die sie machen. und es gibt halt sachen, von denen ich denke, daß ich sie verstehe, die ich aber trotzdem immer skeptisch beäuge, weil ich nicht so recht weiss, ob ich sie in wirklichkeit noch nicht ganz verstanden habe. in der regel denke ich, über die meisten dinge, daß ich sie wahrscheinlich noch nicht ganz verstanden habe und bin offen für eine gegenmeinung (wie die von stefan niggemeier in dieser post bei ihm zuhause). die lege ich dann an die an, die ich selbst so zusammengesammelt habe und versuche offen zu bleiben.

    aber, ich verstehe ganz genau, wenn eine sache nicht zuende gedacht ist oder in eine im grunde falsche richtung gedacht wird.

    mir gedanken darüber zu machen, ob unsere journalisten uns belügen, halte ich für zeitverschwendung, weil in die falsche richtung gedacht: eigentlich sollte man das immer wissen, daß das oft nur marktschreier einer idee sind, meistens nicht mal ihrer eigenen.

    das verunsichert mich kein bißchen, weil ich es schon vorher wusste, daß das so ist, ich verstehe das drama nicht, daß menschen aus so was machen können, es kommt mir so kindisch vor und ich möchte dann immer schreien "ja, herrimhimmel, dann informiert euch doch _richtig_. hört wortradio, lasst euch das von unaufgeregten leuten erklären und regt euch selbst mal ab".

    ich weiss nicht, warum du deinem weltbild nicht traust. du glaubst hoffentlich nicht, erkannt zu haben, daß alles, wovon du dachtest, es sei richtig nun plötzlich falsch, nur weil es streit um putin gibt. das ist doch nur ein punkt und man kann geteilter meinung sein, ja man kann sogar mit sich selbst im streit liegen: für mich gibt es den putin, den ich mochte, weil er uns vor einem abenteuer in syrien abhielt und den, der bedenkenlos zündelt und mir jetzt durch die blume droht, meine welt in ein desaströses abenteuer zu stürzen.

    an der stelle ist die ebene des kindergartens leider längst verlassen. die unsicherheit, dieses übertreten von grenzen, der einsatz von miliär, diese ständige lügerei ... ehrlich mich macht das geradezu wütend. hält der mich für zu blöd? und wie blöd muss man sein, um nicht zu verstehen, wer hier mit seinen militärischen spielzeugen herumfuchtelt und die anderen dazu zwingt, sich "zu verhalten". und mich, zu denken, na g*ttseidank haben wir ein westliches bündnis und können dem entgegentreten.

    da habe ich auf der basis all dessen, was ich gelernt habe und zu glauben wisse, keinerlei zweifel, ingo. da kann ich sehr wohl unterscheiden zwischen dem, was mir "meine leute" (sagen wir mal gesine dornblüth oder florian kellermann, die beide hervorragend berichten) so erzählen. auf das geschrei der MSM gebe ich einen scheiss und weiss genau, was für einen mist die treiben, teile jede kritik an spiegel und konsorten, finde auch, daß das "kriegstreiber" sind und von der panik leben, die sie erzeugen.

    aber, in the end, nur deshalb, weil ich den einen nicht traue, muss ich nicht an mir zweifeln, weil ich die anderen habe und immer noch zu einem diffenzierten veständnis in der lage bin.

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  3. zu peter scholl latour: den mag ich ja explizit und teile durchaus auch seine sicht auf das verhalten "des westens" gegenüber russland, halte rein gar nichts von dem, wie die doofen amerikaner das glauben handhaben zu können und erkenne auch die selbstüberschätzung auf "unserer" seite. aber daß "unsere" eben unsere ist und ich in dem, was da im russischen tv passiert eine gefahr erkenne, davon lasse ich mich nun auch wieder nicht abbringen.

    wie gesagt: immer im streit mit mir selbst.

    [..] wie sehr eine ganze generation einfach so
    [..] nach strich und Faden verarscht wurde

    guck dir an, wie "wir" in dieser zeit so "drauf" sind: ich kann hier keine generation erkennen, die so etwas wie krieg führen möchte, ich kann auch - wenn ich in die geschichte gucke und die parallelen betrachte - nicht erkennen, daß hier so etwas herrscht wie eine stimmung geschweige denn eine propaganda wie vor WW1 und WW2. ganz und gar nicht.

    aber diese sprache wird längst gesprochen ... jenseits der russischen grenze. dort im tv, wo leute auftreten, die die nukleare auseinandersetzung fordern. die uns als "feind" betrachten. so weit sind wir ja nun wirklich nicht, als daß ich mir wirklich gedanken über "uns" machen müsste. es sind ja auch keine nato-panzer in der ukraine unterwegs, wir liefern kein material an die front, wenn unser "verbündeter" mal gerade schwächelt.

    im gegenteil, wir tun uns schwer. wir zweifeln, wir haben angst ...

    wenn wir schon bei karl mai sind (den ich übrigens auch so mit 14 gelesen hatte), lege ich dir mal dieses interview mit dem wichtigsten militärischen kommandanten der separatisten ans herz

    http://souloftheeast.org/2014/10/31/a-russian-centurion/

    damit du verstehst, was da abgeht. wenn ich das lese, will ich putin - offen gestanden - nicht mehr verstehen. das ist der mann, den er auf die krim und in die ostukraine geschickt hat und das sind die ideen, die hinter diesem einsatz steht.

    mir wird davon schlecht und ich stelle mir vor, bei "uns" würde jemand in dieser position so reden, dann wäre hier aber was los. nur - um auf deine zweifel zurückzukommen - die reden so und deshalb müssen wir auch immer an unserem zweifel zweifeln und uns fragen, in wie weit er das ergebnis einer manipulation ist und wir, wenn wir weniger zweifeln würden, wir endlich klar sehen.

    schischkin zb. hat wahrscheinlich "recht" und wir sind so sehr mit uns und unseren zweifeln befasst, daß wir das schwert nicht sehen, das über uns hängt.

    liebste grüße zurück, danke für das video, werde ich bei passender gelegenheit gucken. nimm du dir die halbe stunde und höre dieses feature, das ich da oben empfohlen habe. es gibt wichtigere fragen als die, wer wem das schäufelchen geklaut hat und vor allem gibt es die "todo" liste der dinge, die wir dringend tun ollten, bevor wir keine zeit mehr haben und andere probleme ;-)

    kein korrekturlesen, zu wenig zeit ...

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  4. ob der "Gottkaiser" die Oligarchen wirklich im Griff hat?
    oder zieht da noch einer (oder mehrere) imme rnoch im Hintergrund an den Fäden?

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  5. [..] im Hintergrund an den Fäden?

    die bene gesserit oder die harkonnen? ;-)

    ich weiss nicht, wer da an was zieht ... ich weiss nur, daß das alles sehr viel übler ist, als das so in der öffentlichkeit angekommen zu sein scheint, obwohl, was sehe ich eben auf dem spiegel?

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-und-die-nato-40-brenzlige-situationen-a-1001831.html

    wir werden alle ganz furchtbar überraschts sein, wenn es denn dann wirklich mal kracht.

    konnte ja keiner ahnen ...

    anonym? saiz?

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  6. allo grosser,
    -ja ich bins, ingo:)
    anonym wegen dem zugang, ich habe kein google konto
    und hatte verabsäumt das da drüber zu unterschreiben)

    Oligarchen sind nicht auf Dune sondern im osten
    von berlin (bisschen weiter weg) und rauchen (wahrscheinlich)
    ein Zeug das so ähnlich wie spice klingt:) und schmeckt.



    beresowski (todesursache unklar)

    chodorkowsky (der reichste der ganzen bande)
    <-- wurde eingebuchtet wegen steuern:) und dicke Freunde (unsere regieeerungschefs
    <-- genscher, merkel, westerwelle)
    <-- haben den rausgelöffelt
    (exxon, Shell deal wegen Pipelineprojekt Japan??)

    Alexander Lebedew

    Gussinsky (medienmogul)
    ------
    Zu den bedeutendsten Oligarchen der Ära Putin gehören
    Roman Abramowitsch, Oleg Deripaska, Michail Prochorow
    und nach wie vor Wladimir Potanin, Witali Malkin
    sowie Michail Fridman.
    ------
    Oleg Deripaska
    (war mal der Reichste)
    ----------

    details auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Oligarch

    gruss aus sz
    ingo

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    1. ah, bei "oligarchen" + "anonym" hat bei mir sofort "das ist saiz" lichtchen geblinkt, die an den gesprächen auf dem stilstand teilnimmt und sich eigentlich ganz gut auskennt mit der lage vor ort

      http://www.stilstand.de/

      diese art herrscher haben wir ja auch bei uns, wir nennen sie nur nicht so und bei uns bekommen sie einen verdienstorden und keine kugel ins genick ... während der werte werwolf ja gerne die, die ihm zucker in den hintern blasen, zu höherem befördert und die, die im "a pain in the ass" sind, richtung sibirien verfrachtet.

      ich habe eben diesen artikel

      http://consortiumnews.com/2014/10/25/treating-putin-like-a-lunatic/

      gelesen und so sehr ich - wie auch bei niggemeier - den verweis auf eine zu hohe parteilichkeit und voreingenommenheit sofort akzeptiere, ja ihm sogar dankbar war, daß er "uns" (aka den "westen") vor der dummheit bewahrte, auch noch assad zu stürmen (ich fand schon die entfernung gadhafis als einen tick zu viel), ändert das ja alles nichts daran, daß ich mit der russischen zivilgesellschaft sympathisiere und den, der versucht, ein autokratisches system für seine buddies schafft, in dem schwule und punks eben im lager landen, mittlerweile zutiefst verachte.

      ich glaube übrigens nicht, daß da oligarchen die fäden ziehen, ich denke eher, daß vladi neovölkischen ideen anhängt und mit diesen europa zu destabilisieren sucht. die oligarchen selbst ahnen, was ihnen droht, wenn sie nicht mitziehen.

      auf der anderen seite haben sie aber auch taschenrechner und die kosten/nutzen-rechnung verschiebt sich von tag zu tag für sie ins negative. irgendwann wird wohl jemand den stöpsel ziehen.

      wobei, meine rede an der stelle ist: wir werden uns noch mal nach ihm zurücksehnen, wenn er erst mal weg ist ... nach ihm kann's nur noch schlimmer werden, oder?

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    2. für leute mit viel zeit:)


      http://www.ndr.de/nachrichten/Dokumenten-Datenbank,dokumentensuche100.html

      Die Dokumenten-Datenbank
      Recherchieren Sie selbst: In der Datenbank des ICIJ
      sind die Steuerabkommen der mehr als 340 Firmen
      aufbereitet und nach Branchen sortiert.

      Über das Suchfeld haben Sie außerdem die
      Möglichkeit, gezielt nach Konzernen oder
      Ländern zu suchen.

      gruss ingo sz

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    3. ingo,

      zeit ist so ne sache. mal gucken, wie sich die dinge nach dem wochenende beschleunigen werden und wer dann noch für was zeit hat oder eben nicht. ich verbringe meine jedenfalls gerade mit so einer wilden mischung aus arbeit und enthemmtem genuss, aber eben meinen ureigenen dingen.

      wie ich in der nachfolgenden post so schön sage: es gibt dinge, die wir wissen, dinge, die wir nicht wissen, dingen von denen wir nicht wissen, daß wir sie nicht wissen und ... vor allem dinge, die wir gar nicht wissen wollen ;-)

      liebe grüße ins wochenende

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    4. eine kleine karte

      http://www.lefigaro.fr/medias/2014/11/13/INF54a8a090-6b3a-11e4-956f-7f6f2eea3ba6-700x650.jpg

      und eine deutlichere ansage als hier findet sich bei klaus

      http://www.stilstand.de/doof-sind-sie-auch/#comment-9736

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